
Rückgang bei Fruchtsaft und Fruchtnektar geringer als erwartet
Bonn, 03. April 2025 - Die seit drei Jahren verstärkt unter Druck stehenden Verbräuche bei Fruchtsaft und Fruchtnektaren sind im Jahr 2024 geringer gesunken als erwartet. Insgesamt fiel der Pro-Kopf-Verbrauch von 26 Liter auf 24 Liter. Der Konsum sank zwar von 100%-Fruchtsäften um 2,5 Liter, konnte jedoch teilweise durch den Anstieg von Nektaren um 0,5 Liter pro Kopf teilkompensiert werden.
Situation bei Ananas besorgniserregend
Seit mehreren Monaten ist eine weitere Frucht nur schwer verfügbar: die Ananas. Besonders betroffen sind die Hauptlieferländer Thailand und Costa Rica. In Costa Rica haben die Klimaphänomene La Niña und El Niño zu ausbleibenden Regenfällen geführt, wodurch die Früchte kleiner ausfallen und weniger Ware für den Frischmarkt zur Verfügung steht. Dies bedeutet, dass sich die Situation auf dem Weltmarkt weiter zuspitzt: Direktsaft, der überwiegend aus Costa Rica stammt, ist durch gestiegene Beschaffungskosten deutlich teurer geworden. Gleichzeitig sorgt die anhaltend unzureichende Wasserversorgung in Thailand – dem weltweit bedeutendsten Lieferland für Konzentrate – für ein rückläufiges Angebot. Viele Verarbeitungsbetriebe können daher derzeit nicht im vollen Umfang produzieren. Das hat spürbare Folgen für die Fruchtsaftindustrie in Deutschland und erhöht den Druck auf die Hersteller: Die angespannte Marktlage verschärft sich weiter – mit potenziellen Auswirkungen auf Verfügbarkeit und Preise im Handel.
Kritik an Zöllen
Zölle von 8 bis 16 % treiben die steigenden Preise weiter in die Höhe. Besonders besorgniserregend sind die niedrigen Lagerbestände in den Lieferländern, die zu Engpässen („Out of stock“-Situationen) führen. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) fordert daher die Abschaffung der Zölle – insbesondere für Ananas (8 bis 16% Zoll), aber auch für Orangensaft, der mit 12,2 % besteuert wird und damit ebenfalls für Verbraucher teurer wird. Zölle behindern den globalen Handel und belasten letztlich die Endverbraucher.